Bericht fürn Projektträger


#1

Ohai!

Ich stöpsel hier grade unseren Projektbericht zu Metadaten zusammen, ist auch ein bisschen was über Bibliotheken drin. Falls von euch jemand drüber lesen mag :smiley:

Da sind ganz noch ein paar Schreibfehler drin, muss aber los und konnte keinen Spellcheck laufen lassen.

Einen lieben Gruß
-1

Um die Auffindbarkeit von digitalen Ressourcen zu ermöglichen, benötigen diese zusätzlich angehängte Informationen.
Dabei finden verschiedene Standards Anwendung für die Annotation von digitalen Medien.
Dublin Core ist der älteste und am weitesten verbreitete Standard für Metadaten über digitale Resourcen.
Dieser findet auch seine Anwendung in Bibleothekarswesen.
Insbesondere zum Bereitstellen von Metadaten über “Open Archives Initiative - Protocol for Metadata Harvesting”.
OAI-PMH wird unter anderem auch von “Google Scholar” genutzt um diese Artikel auffindbar zu machen.
Dazu zählen auch digitale Resourcen, bspw. unter Open Access veröffentlichte wissenschafltiche Artikel oder Datenätzes.

Zusätzlich erhalten Resourcen, die in Publikationsmanagement-Systemen gepflegt werden, auch eine persistente Kennung.
Über diese Kennung können die Resourcen auch viele Jahre später noch abgerufen werden.
In der Regel ist dies ein “Digital Object Identifier”, über diesen kann die Resource zitiert und abgerufen werden.
Bibliotheken und Pubikationsmanagement können mit ihrer langjährigen Expertise nachhaltig zu OER beitragen.

Um eine einheitliche Verschlagwortung zu erreichen, verwenden Bibliotheken ein “kontrolliertes Vokabular”.
Innerhalb Deutschlands findet die “Gemeinsame Normdatei” Anwendung.
Diese wird von der deutschen Nationalbibliothek gepflegt und ist mit CC0 lizensiert.
Bibliotheken sind vorbildlich vernetzt, innerhalb Deutschlands werden lokal vorhandene Buchbestände an die eine übergeordnete Stelle gemeldet.
Letzendlich werden die Bestände in worldcat vorgehalten um weltweit nach Büchern und anderen Medien suchen zu können.
Die GND ist auch Teil der durch das “Online Compute Library Center” gepflegten “Virtual Internation Autohority File”, dort werden internationale Vokabulare gesammelt.

Digitale Infrastruktur und Expertise sind in Bibliotheken vorhanden und etabliert.
Bibliotheken stehen für barrierefreien Zugang und Verteilung von Wissen.
Leider fanden Bibliotheken im Rahmen von OER Pflege und Dissemination wenig Beachtung.
Durch die Vernetzung auf OERcamps und dem Appell des “Ljubljana OER Action Plan” an das Bibliothekswesen hat sich viel verbessert.
Seit dem besteht das “OER Librarian Network Germany” das die Expertise in Deutschland bündelt.

Warum sind Biblioteken so wichtig für Metadaten?

Die im Hinblick auf OER und Lehrressourcen entwickelten Standards sind sehr generell gefasst um viel Freiheit zu erlauben.
Wenn es darum geht, eine digitale Ressource zu beschreiben sind einige Merkmalsausprägungen wie Dateigröße oder Format streng vorgegeben.
Für die Ausprägungen werden im Austauschformat “Learning Object Metadata” (LOM, IEEE 1484.12.1) kontrollierte Vokabulare vorgeschlagen.
Jedoch schränkt der Standard hier nicht ein und erlaubt weitere Werte außerhalb des Vokabulars.

Solche Anpassungen werden “Applikationsprofil” genannt, davon haben einige Länder ein jeweils Eigenes.
LOM-CH wird noch vorbildlich gepflegt, andere sind aus mangelndem Interesse und fehlendem Einsatz verwaist.
Dadurch wird eine internationale Zusammenarbeit erschwert, weil unterschiedliche Daten gepflegt werden.
Falls Kooperation gewünscht ist, wäre es nötig Ausnahmeregeln pro Kooperationspartner zu definieren und zu pflegen.

Als Beispiel:
LOM bietet keine Möglichkeit maschinenlesbare Lizenzierungsinforamtionen abzulegen.
Ressourcen können als Urheberrechtlich geschützt markiert werden und dann beliebig beschrieben werden.
LOM-CH streicht diese Möglichkeit komplett aus dem Profil, LOM-DE (v0.9) definiert ein eigenes Schema.
Falls die Schweizer Bildungseinrichtungen diese Information gesondert anbieten, erschwert dies eine globale Erschließung der Resourcen.

Applikationsprofile sind jedoch ein notwendiges Übel: der LOM-Standard hat seit 2002 keine Aktualisierung erfahren.
2011 wurden lediglich kleinere Korrekturen von Beispielen nachgereicht, die in der Lehre verwendeten Materialien haben sich seit dem sehr verändert.
Dementsprechend erweitert LOM-CH (v1.3, 2017) den Typ der Ressource um “App” (und andere), davon war 2002 noch keine Rede.
Nicht ohne Spuren zu hinterlassen, nagt der Zahn der Zeit an LOM.

Bibliotheken pflegen seit langer Zeit gemeinsame Wortschätze, national und international kann ein gemeinsamer Katalog eingesehen werden.
Diese ausgezeichnete - digitale wie kooperative - Vernetzung sollte genutzt werden um gemeinsame Standards zu erstellen und nachhaltig zu pflegen.
Davon würde die Digitalisierung der Hochschulbildung in Deutschland maßgeblich profitieren und ggf. Möglichkeiten zu internationaler Kooperation öffnen.


#2

Hallo David, cc @OER,

hier meine Anmerkungen:

Dieser findet auch seine Anwendung in Bibleothekarswesen.
Insbesondere zum Bereitstellen von Metadaten über “Open Archives Initiative - Protocol for Metadata Harvesting”. OAI-PMH wird unter anderem auch von “Google Scholar” genutzt um diese Artikel auffindbar zu machen. Dazu zählen auch digitale Resourcen, bspw. unter Open Access veröffentlichte wissenschafltiche Artikel oder Datenätzes.

Besser: “Dieser findet auch seine Anwendung in Bibliothekswesen, insbesondere zum Bereitstellen von Metadaten über “Open Archives Initiative - Protocol for Metadata Harvesting”. OAI-PMH wird unter anderem auch von “Google Scholar” genutzt um digitale Resourcen auffindbar zu machen, bspw. unter Open Access veröffentlichte wissenschafltiche Artikel oder Datasets.” (Anmerkung: Datensatz != Dataset)

Bibliotheken und Pubikationsmanagement können mit ihrer langjährigen Expertise nachhaltig zu OER beitragen.

Der Satz steht an der Stelle etwas in der Luft, ohne direkten Bezug zu dem davor Geschriebenen.

Um eine einheitliche Verschlagwortung zu erreichen, verwenden Bibliotheken ein “kontrolliertes Vokabular”.

Besser: “Um eine einheitliche Verschlagwortung und Verfasserangabe zu erreichen, verwenden Bibliotheken Normdaten.”

Bibliotheken sind vorbildlich vernetzt, innerhalb Deutschlands werden lokal vorhandene Buchbestände an die eine übergeordnete Stelle gemeldet. Letzendlich werden die Bestände in worldcat vorgehalten um weltweit nach Büchern und anderen Medien suchen zu können.

Mein Vorschlag: “Die Informationsinfrastruktur Wissenschaftlicher Bibliotheken ist in Deutschland stark vernetzt, sechs regionale Verbundkataloge verzeichnen die Bestände der einzelnen Bibliotheken. Eine Metasuche über alle Verbundaktaloge bietet der Karlsruher Virtuelle Katalog (KVK), zudem sind die Bestände fast aller Verbünde im WorldCat enthalten.” [Anmerkung: Nicht alle Verbunddaten sind im WorldCat.]

Die GND ist auch Teil der durch das “Online Compute Library Center” gepflegten “Virtual Internation Autohority File”, dort werden internationale Vokabulare gesammelt.

Ich weiß nicht, ob das in dem Kontext sonderlich relevant ist. Im Virtual International Authority File werden die Normdateien nicht nur gesammelt, sondern auch Einträge zu gleichen Entitäten zusammengeführt, siehe z.B. den Eintrag zu Köln, der auf entsprechende Einträge in 16 Normdateien aus aller Welt verweist: http://viaf.org/viaf/157037914

Digitale Infrastruktur und Expertise sind in Bibliotheken vorhanden und etabliert. Bibliotheken stehen für barrierefreien Zugang und Verteilung von Wissen. Leider fanden Bibliotheken im Rahmen von OER Pflege und Dissemination wenig Beachtung. Durch die Vernetzung auf OERcamps und dem Appell des “Ljubljana OER Action Plan” an das Bibliothekswesen hat sich viel verbessert. Seit dem besteht das “OER Librarian Network Germany” das die Expertise in Deutschland bündelt.

Dem würde ich so nicht zustimmen. Aus der Bibliothekswelt gibt es schon seit 2013 das Angebot, sich im Rahmen der DINI-KIM-Arbeitsgruppe “OER-Metadaten” über gemeinsame Empfehlungen für Metadatenschemata und kontrollierte Vokabulare auszutauschen: https://wiki.dnb.de/display/DINIAGKIM/OER-Metadaten-Gruppe Ein erster Entwurf von Metadatenempfehlungen wurde früh publiziert. Auch heute existiert die OER-Metadatengruppe noch und ich würde auch dafür plädieren, Fragen zu Metadaten und Standardisierung dort zu diskutieren und sich hier eher auf andere Fragen wie etwa zur Erstellung, Publikation, zu OER-Tutorials etc. zu beschränken.

Warum sind Bibliotheken so wichtig für Metadaten?

Der gesamte zweite Teil bezieht sich in erster Linie auf LOM, als sei es die einzige und selbstverständliche Methode für die Beschreibung von OER. M.E. handelt es sich dabei aber eher um einen veralteten Ansatz, der nicht und es hat sich – etwa mit LRMI und schema.org – in der Zwischenzeit einiges getan. In der OER-Metadatengruppe werden die verschiedenen Ansätze diskutiert.

Unabhängig von der Frage nach dem eingesetzen Metadatenschema und Format (LOM/XML vs. LRMI/RDF) kann allerdings in Bezug auf kontrollierte Vokabulare und andere Normdaten eine Menge Vereinheitlichung stattfinden, indem Normdaten als SKOS-Vokabulare veröffentlicht und Schnittstellen (etwa zum Auto-Suggest für Eingabeformulare) angeboten werden. Ich denke, dass deshalb zunächst der Fokus darauf gelegt werden sollte.
Zu einer Sicht auf OER-Metadaten ohne die Erwähnung von LOM siehe auch den Synergie-Beitrag von Martin Mandausch, Peter Henning und mir: https://www.synergie.uni-hamburg.de/de/media/ausgabe04/synergie04-beitrag15-pohl-mandausch-henning.pdf


#3

Hallo Adrian!

Entschuldige bitte die verzögerte Antwort, ich komm grade zu nix.

Der Text ist wurde von mir aus dem Kontext gerissen, außenrum geht’s um generell um Metadaten und Austauschformate. Dementsprechend sieht’s hier so aus als würde nur LOM besprochen werden. Das diente an der Stelle nur als Beispiel für die Schwierigkeiten in der Standardisierung/Einigung.

Da eher nicht, außer ich will im Bericht noch mehr drauf herumreiten, dass die bestehenden Netzwerke auch mal genutzt werden sollten. Ich find’s total beeindruckend, danke!
Ich hatte schon mal gehofft so etwas zu finden, da kann man bestimmt auch Tolle Dinge™ mit bauen. OCLC hat für die meisten Daten auch API-Zugang.

Ich weiß leider nicht auf welche der Aussagen sich das bezieht, ich vermute auf die Verbesserung?

Mein Problem an der Stelle ist, dass Bibliotheken sehr viel bieten, das Angebot von einigen (m.E. zu vielen) leider nicht wahrgenommen wird.
Dementsprechend sehe ich den Aufruf an’s Bibliothekswesen weniger als “und ihr tut jetzt auch mal was” sondern mehr als deutlichen Hinweis an andere, dass die sich besser auch mal da hin wenden sollten.

Jo, darum geht’s mir auch. Ich hab erst vor einer ganzen Weile versucht ein Dokument in dspace sauber einzupflegen. Wenigstens wusste ich davor schon wo man ne saubere Suchmaske für die GND herbekommt, sonst wär’ ich glaub ich verzweifelt.

Mir geht’s an der Stelle nicht darum, welcher Standard am Besten ist, sondern wo die Probleme liegen und wie das Bibliothekswesen da auch mit eingebunden werden sollte.
Da funktioniert schon viel und auch schon seit langer Zeit, nur denkt irgendwie (gefühlt) niemand dran. Zumindest in den Unterhaltungen die ich so mitbekomme.

Deswegen der Teil hier auch aus dem Projektbericht, vielleicht erwische ich noch ein paar mehr Menschen. Ich darf innerhalb vom Projekt leider nix anfassen, nur Berichten :frowning: Sonst hätte ich wahrscheinlich schon Keyword-Extraction mit der GND und recommender-systems zusammengesteckt, damit tags automatisch vorgeschlagen werden, wenn man Material mit Text veröffentlicht. Sowas wär mal nützlich.

Nochmal vielen Dank für die Anmerkungen, hab einiges mitgenommen.


#4

Hallo David, danke für die Rückmeldung und die Einordnung. Wie es aussieht, sind wird gar nicht so weit auseinander. Was das “Dem würde ich so nicht zustimmen” angeht, so war es mir nur wichtig, darauf hinzuweisen, dass es das Angebot bibliothekarischer Erfahrungen und Kenntnisse zu Metadaten schon länger gibt als das Librarian Network. Dir geht es ja offensichtlich mehr um die Punkt, dass solche Angebote aus den Bildungseinrichtungen heraus auch angenommen werden sollten. Von daher gibt es da keinen Widerspruch.